WILLKOMMEN


Japanischer (Kabuki) Tanz ist ein Ausdrucksmittel der japanischen Wertvorstellung, das sich mehr als vier Jahrhunderte hindurch entwickelt hat. Der heutige Tanzstil auf der Bühne des Kabuki Theaters zeigt eine vollendete Ästhetik der japanischen traditionellen Körperlichkeit. Darin sieht und spürt man auch den Nährboden der so genannten „Blume“ (Quintessenz) des Tanzes: die Tanzkunst entfaltet sich im japanischen kulturellen Kontext und stellt somit verschiedene Elemente der Geschichte, Gesellschaft, Weltanschauung Japans mit sich dar. Das bedeutet, dass der Tanz die Kultur bedingte Form der Ästhetik sei. Andererseits ist es durchaus möglich, dass der Tanz, der auf Tradition beruht, sich in der Gegenwart weiter entwickelt, denn die Gesellschaft oder die Umgebung einzelner Tänzer ist nicht statisch, sondern atmet jetzt und hier. Aus diesem Grund gilt es nun, dem Tanz einen neuen Aspekt zu verleihen. Dadurch wird der Tanz m. E. einen neuen Stellenwert erhalten. Dies ist nicht anders als der Ausdruck meines Lebensgefühls als Tänzerin, die den japanischen traditionellen Tanz als Heimat besitzt, in Europa lebt und künstlerisch arbeitet.

Aus diesem Grund entstehen meine Projekte nicht nur aus dem Tradition getreuen Tanzstück, sondern auch aus einer neuen Idee. Ihr Ziel ist, dem traditionellen japanischen Tanz einen neuen Kontext hinzuzufügen und zwar in der ost-westlichen Spannung der Darstellungsart, sei es mit westlicher Musik, sei es mit verschiedenen Tanzstilen, die sich ein Mal liebkosend und ein anderes Mal voneinander distanzierend parallel und/oder fusioniert balanciert. Dennoch kehrt meine ästhetische Imagination immer wieder zu meiner künstlerischen Wurzel des traditionellen japanischen Tanzes Kabuki zurück.