Nihon-Buyo (japanischer Tanz) wurde mit dem Kabuki-Theater in der Edo-Zeit (1603 – 1868) im Bürgertum der großen japanischen Städte wie Edo (Tokyo), Kyoto oder Osaka entwickelt. Kabuki bedeutet „Theater mit Gesang und Tanz“. Auf der Bühne wird eine Welt voller prachtvoller Farben und stilisierter Ästhetik beschworen.

Der Tanz auf der Kabuki-Bühne erzählt Geschichten von Genrebildern und dramatischen Episoden aus dem Leben der Bürger sowie romanhaft inszenierte historische Ereignisse mit ganz bestimmten Körperbewegungen. Bei ihnen kristallisieren sich verschiedene traditionelle japanische Tanzelemente wie Kagura (religiöser Tanz für die Götter), Bugaku (höfischer Zeremonientanz), Dengaku (Bauerntanz), Sarugaku (komischer Tanz) und das höfische Nô-Theater heraus, das die japanische mittelalterliche Mystik darstellt.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird Nihon-Buyo auch außerhalb der Kabuki-Bühne als eigenständige Tanzkunst angesehen. Verschiedene Tanzschulen (Ryuha) überliefern seither seine strenge präzise Form von Generation zu Generation. Gerade diese Präzision der überlieferten Formen wirkt als Grundlage für die individuelle Kreativität und bietet die Phantasie für eine unbeschränkte tänzerische Entfaltung.

Azuma Shizuka